Im Clever Clogs Blog wurde vor kurzen die Fragestellung beleuchtet, ob das Verlinken von eigenen Seiten genauso effektiv ist wie Links von fremden Seiten, wenn die eigenen Seiten in den Google Webmaster Tools eingetragen sind. Auf der einen Seite kann dies thematisch durchaus Sinn ergeben seine eigenen Projekte untereinander zu verlinken, aber auf der andere Seite handelt es sich genaugenommen nicht um eine echte, unabhängige und uneigennützige Empfehlung, die Google als alleinige Daseinsberechtigung eines Links predigt.  Man könnte sich nun die Frage stellen, inwiefern Links von eigenen Seiten genauso viel Wert sind wie von fremden Seiten - könnte man, tun wir aber nicht.

Vielmehr habe ich mir Gedanken gemacht, was wir alles unternehmen müssen damit Google gar nie nie nicht auf den Gedanken kommen könnte, das wir mehr als eine Webseite betreiben und diese womöglich aus lauter Eigennutz auch noch miteinander verlinken.

Als erstes benötigt jede unserer Domains eine eigene IP-Adresse und am besten auch noch aus verschiedenen Class-C Netzwerken. Es ist zwar umstritten ob Google die IP berücksichtigt; zumal gerade bei den großen Massenhostern oft 1000 von Webseiten auf dem gleichen Server rumdümpeln und so auch die Wahrscheinlichkeit besteht, das sich dort zwei unabhängige Webseiten zufälligerweise auch mal verlinken. Aber wir wollen uns ja nicht mit Vermutungen rumschlagen sondern auf Nummer ’Sicher’ gehen. Also bezirzen wir unseren Provider und nachdem wir genug gezirzt haben suchen wir uns für jede Domain einen eigenen. Hierbei ist darauf zu achten, das wir nicht dummerweise an einen popligen Reseller geraten und wir uns trotz unserer Vorsichtsmaßnahmen mit zwei unserer Domains auf dem gleichen oder benachbarte Server wiederfinden.

Da wir auf Webmastertools, Analytics, AdSense & Co. nicht verzichten wollen, benötigen wir für jede unserer Domains einen entsprechenden eigenen Account. Dabei sollten wir sowohl Namen und Adressen großzügig variieren. Im Falle von Adsense dürfen wir auch nicht vergessen jeweils verschiedene Bankkonten anzugeben. Das mehrere AdSense-Konten klar und deutlich gegen die von Google streng kontrollierten Richtlinien verstößt, ignorieren wir an dieser Stelle einfach - auf so Kleinigkeiten können wir keine Rücksicht nehmen. Ganz interessant stelle ich mir den Gesichtsausdruck der netten Bankangestellten beim Eröffnen der Giro-Konten im Dutzenderpack unter falschem Namen und Adresse vor.

Google wird seit 2005 auf der Liste der von der ICANN akkreditierten Domain-Registrare geführt was bedeutet, das Google seit dieser Zeit verschiedene Top Level Domains vertreiben kann - tut die alte Tante aber nicht. Welchen Zweck dieser Schritt dient ist bis jetzt nicht bekannt. Interessant an der Geschichte ist, das Google dadurch automatisierten Zugriff auf die Whois-Daten aller registrierten Domains erhalten hat. Für unser Mission “Tarnen und Täuschen” bedeutet dies, das auch die Domains unter falschen Namen und Adressen registriert werden müssen. Das Registrieren von Domains ist eine relativ banale Angelegenheit. Richtig interessant wird es, wenn die Domain gelöscht werden soll, die Domain verkauft wird oder ein Providerwechsel ansteht und der schusselige Provider hierzu plötzlich die Kopie des Personalausweises als Authentifizierung verlangt. Schon fazinierend, was man mit Photoshop alles machen kann.

Nachdem wir nun zu einer multiplen Persönlichkeit mutiert sind, der Dispo-Kredit unserer schönen Giro-Konten aufgrund der ganzen Abmahnungen langsam zur Neige geht (schließlich können wir ja nicht unsere richtigen Kontaktdaten in den Impressen unserer Seiten angeben - so einfach dürfen wir es Google jetzt auch nicht machen; jetzt, wo wir kurz vor’m Ziel sind), unser Bild als 1.5×2.0m grosses Poster an prominenter Stelle im BKA Wiesbaden, Berlin und nicht zu vergessen Meckenheim hängt sowie ein Sondereinsatzkommando nach uns benannt wurde können wir ruhigen Gewissens unser eigentliches Vorhaben in die Tat umsetzten.

Ähhmmm… was wollten wir nochmal?

Richtig - ein paar unserer Domains untereinander verlinken.