So 10 Aug 2008
Der Mythos vom guten SEO
Geschrieben von Zerstreuter unter Allgemein
Letzte Woche gabe es hier und hier zwei amüsante Threads bei Abakus. Beide behandeln mehr oder weniger die Frage, was man als guter SEO eigentlich noch machen darf, ohne gegen die Richtlinien von Google zu verstoßen. Einträge in Webkataloge klassifizieren eine Seite mehr oder weniger automatisch als Spam, Artikelverzeichnisse haben ebenfalls ihren Charme verloren, Social Bookmark Verzeichnisse bringen auch nichts mehr, Links darf man auch keine mehr kaufen und noch weniger verkaufen und eigene Projekte untereinander zu verlinken führt zur sofortigen “Abstrafung” - oder so ähnlich. Bleib ja oberflächlich betrachtet nur noch der gelegentliche Linktausch - aber bitte nicht reziprok, da diese Links bekanntermaßen entwertet werden. Sollte ich eine der gebetsmühlenartig wiederkehrenden Phrasen vergessen haben so bitte ich dies zu entschuldigen und gedanklich der Liste beizufügen. Ups, einen habe ich noch: Man kann ja auch auf die 100 freiwillig gesetzten Links pro Woche warten, die man wegen dem doch so einzigartigen Content auf seiner Seite ganz automatisch erhält.
Aber was darf denn der gute SEO jetzt wirklich noch machen um seine Seiten in Google zu positionieren; und dies alles mit dem Segen der Google Richtlinien? Die Antwort ist relativ einfach: Nix. Suchmaschinenoptimierung verstößt per Definition gegen die Google Richtlinien.
Google analysiert die Strukturen rund um Webseiten und erarbeitet daraus ihre Rankingfaktoren. Hierbei müssen die Jungs und Mädels in erster Linie davon ausgehen, das diese Strukturen natürlich gewachsen sind. Wenn Webmaster anfangen im Bewußtsein dieser Rankingfaktoren ihre Seiten darauf zu optimieren, dann muss Google entsprechend gegenlenken damit die Suchergebnisse nicht degenerieren. Dies ist nicht erst seit ein paar Monaten so, sondern seit Geburt der Suchmaschinen.
Als in früheren Tagen die Keyword-Density noch eine erhebliche Rolle beim Ranking gespielt hat, fingen einige Webmaster an, keywordlastige Texte auf ihren Seiten zu verstecken (weißer Text auf weißem Grund) oder den Bots einen anderen Inhalt als ihren menschlichen Besuchern zu präsentieren (Cloaking). Klar mussten die Suchmaschinen diesem etwas entgegen setzen weil dies ihre ganzen Suchergebnisse kaputt gemacht haben.
Das die bewußte Beschaffung von eingehenden Links zum Zwecke der Rankingverbesserung, egal ob aus Webkatalogen, Artikelverzeichnissen, Social Bookmark Portalen oder durch Kauf von Linkplätzen, ebenfalls nicht im Sinne von Google sein kann, sollte eigentlich jedem klar sein. Und wer denkt, das Linktausch von Google akzeptiert wird, nur weil er keinen entsprechenden Passus in den Webmaster Richtlinien findet, hat sich zumindest einen Teil seiner kindlichen Naivität erhalten und sollte sich schonmal geistig und moralisch auf einen Realitätsschock gefasst machen.
White Hat SEO ist ein Mythos. Jeder, der seine Seiten oder die Seiten anderer für Suchmaschinen optimiert, hat ein mehr oder weniger graues Mützchen auf. Und jeder der glaubt, seine Seiten im Einklang mit den Google Richtlinien optimieren zu können wäre im Feng Shui - Abendkurs der Volkshochschule besser aufgehoben.

14. August 2008 um 18:41
Wow, du schreibst genau das, was ich auch denke. Ich werd’ dein Blog mal weiterverfolgen; scheint ja recht interessant zu sein.