Der Yes! Mann mit dem Marketing Finger (Stefan Johne für alle Unwissenden) hat in einem seiner letzten Beiträge die Frage aufgegriffen, ob dofollow Links in User Generated Content der eigenen Website schaden können. Die kürzlich erst vorgenommene entgültige No-Follow Umstellung bei Mister-Wong hat die Debatte um die Sinnhaftigkeit von No-Follow-Links abermals angestachelt. Die Befürworter von No-Follow-Links sehen dies als wirksame Methode gegen Spammer und das übliche SEO-Gesindel. 

Was mich persönlich sehr stark interessieren würde und was bis jetzt kein Befürworter von No-Follow-Links auch nur ansatzweise irgendwo zu erklären versucht hat ist, wieso dies Spammer ernsthaft abhalten sollte. Die Art von Spammern, die automatisiert Foren, Blogs und alles was einer Kommentarfunktion ähnlich sieht zufluten, können mit Sicherheit nicht gemeint sein. Diese gehen bekanntlich wenig subtil geschweige denn geziehlt vor. Ob Follow-, No-Follow oder Gar-Nix-Link ist diesen Zeitgenossen relativ egal.

Dann wäre da noch das Thema Blogkommentare: Jeder, der hier im Blog einen mehr oder weniger sinnvollen Kommentar hinterläßt erhält (falls gewünscht) einen kleinen Backlink auf seine Seite - sozusagen als kleines Dankeschön. Wenn ich diese Möglichkeit bei einem Blog nicht anbieten möchte dann wäre es das Einfachste das entsprechende Feld für die Webseiten-URL aus dem Formular zu entfernen. Einfach, effektiv und vorallem konsequent. Aber genau diese Konsequenz vermisse ich bei den No-Follow-Anhängern und bei der Diskussion darüber.

Eine andere interessante Pro-No-Follow-Argumentation konnte man vor kurzen von einem Webkatalog-Betreiber in einem bekannten SEO-Forum finden. Bei der großen Anzahl an Einträge wäre es nicht möglich diese regelmäßig und vollständig zu überprüfen. Bei den Seiten, die gar nicht mehr existieren kann man dies gerade noch automatisiert bereinigen lassen. Wenn eine Seite allerdings in der Zwischenzeit bei Sedo oder einem anderen Parkingdienst verweilt oder sich der Inhalt der Seite zweifelhaft verändert hat, gibt es keine akzeptable Möglichkeit diese Einträge zu bereinigen. Um die verlorene Liebe von Google wiederzuerlangen sah er als einzige Möglichkeit alle Links auf No-Follow zu setzten. Klingt doch irgendwie logisch: Wenn ich niemanden mehr in’s Haus lasse, dann brauche ich sie auch nicht mehr aufzuräumen. Wenn ich meine eigene Wohnung niemals verlasse, dann kann ich mir auch das Duschen sparen. Und wenn ich alle Links auf No-Follow setzte, dann brauche ich mein Projekt auch nicht mehr sauber zu halten.

Und jetzt sind alle No-Follow-Befürworter aufgerufen einem alten, naiven Mann zu erklären, welche Daseinsberechtigung No-Follow-Links wirklich haben. Irgend etwas, das nicht darauf schließen läßt, das versucht wird ein generelles Problem zu kaschieren. Für jeden Kommentar gibt es von mir sogar einen kleinen Backlink - follow versteht sich.